Ver(Wir)rungen

Kein Wir ohne Uns. Uns ist eigentlich Wir.

Ein unvollständiges Wir meinen manche. Aber wer sagt,

es sei so nicht gut Unvollständig zu sein.

Weil mehr ist sowieso nicht möglich.

Wann ist das Wir Alle und wann ist es alle?

Mehr Wir geht ins Wir nicht rein, wie bei der

Milch in der Melange. Wenn die Tasse voll ist, ist sie voll.

Nichts über Uns ohne Uns. Zwei gleiche Wir, so scheint es.

Aber wir sehen es sicher ganz anders. Abhängig davon ob

Mit einem Auge betrachtet wird oder mit zwei oder die

Augen keine Rolle spielen in der Betrachtung des Wir,

weil es spielt ja wirklich keine Rolle. Genau so verhält es sich

mit den Ohren und dem Hören. Sonst wäre das Wir ein anderes

und das Wir wäre auch ein anderes und wie wir dann

überhaupt noch sprechen könnten. Das ist eine

andere Geschichte, die hier nicht erzählt wird. Aber wichtig

ist, das dass Wir weder gehört noch gesehen wird, außer

bei Südwind, wenn ein unbestimmbares Rauschen

über den Dächern schnurrt und wir es verwechseln

mit dem Schnurren der vielen Katzen in der Stadt.

Ich auch. Ich auch. Ich auch.

Das Ich tritt dann aus dem Wir heraus und führt

Sich zum Selbst, was auch nicht einfach ist, das mit den

Vielen Selbsten, die mensch so hat, ist es nicht

Minder verwirrender als mit den Wiren. Jetzt habe ich

Den Faden verloren. Und Sie? Egal!

Wichtig ist nur, das die Wire sich weiterhin

Nicht aus dem Auge verlieren und den Überblick behalten.

Das Wir bleibt Wir. Und das Wir bleibt auch Wir.